Franz Josef Jung (MdB)


Herr Jung, haben Sie eigentlich in der Politik Freunde gefunden?

Ja, Politik zu machen und zu gestalten hat mir immer sehr viel Freude gemacht. In der Jungen Union beispielsweise Matthias Wissmann, dann hier in Hessen Roland Koch, Volker Bouffier, Karlheinz Weimar, um ein paar Namen zu nennen. Ich hatte das Glück, mit wirklichen Freunden zusammenzuarbeiten und dann macht das Ganze mehr Spaß.

Da tauchen einige Namen aus dem Andenpakt auf. Ein Kreis von Freunden?

Wir haben das in einer Laune auf dem Flug von Venezuela nach Chile gegründet. Aus diesem Kreis der Freunde in der Jungen Union ist bis heute ein politischer Freundeskreis geblieben. Das finde ich eigentlich erstaunlich, da man das in der Politik so nicht vermutet. Deshalb wurde auch immer sehr viel hinein geheimnist, welche Seilschaften wir geplant hätten usw. Dabei ging es zunächst einmal darum, dass wir uns vorgenommen haben, uns regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, zu treffen. Und zwar unabhängig davon, wer gerade welche Funktion bekleidet. Und das haben wir auch bis heute immer hinbekommen.

Wo führte die letzte Reise hin?

Da waren wir in Warschau. Wir nehmen immer aktuelle Ereignisse als Anlass. Wegen des Brexit wird es beim nächsten Mal nach London gehen.

Sie spielen auch aktiv im FC Bundestag.

Ich hatte aber leider Gottes eine Hüftoperation, daher konnte ich die letzten Spiele nicht mitmachen. Aber ich hoffe, doch noch ein entsprechendes Abschiedsspiel machen zu können.

Welche Position spielen Sie?

In letzter Zeit habe ich meistens links außen gespielt, obwohl ich in meiner Jugend als linker Verteidiger angefangen habe. In der Mannschaft vom Landtag Hessen habe ich als Zehner gespielt.

Linksaußen ist für einen Unionspolitiker eine eher ungewöhnliche Position?

Darüber haben sich immer viele amüsiert, dass ich als Verteidigungsminister links außen war. Aber ich schieße links, deswegen bot sich das an. Die Position hatte ich bereits in der A-Jugend inne.

Verbindet der FC Bundestag?

Ich will es mal so formulieren: Manche Dinge kann man dort im menschlichen Miteinander besprechen, was oft im politischen nicht geht. Das finde ich Recht positiv. In der Mannschaft des hessischen Landtags, wo ich Spielführer war, hatte ich beispielsweise auch mit Joschka Fischer gespielt, der damals ja Minister war.

Haben Sie vor, mit Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu bleiben?

Ja, definitiv. Ich bin ja auch Mitglied der parlamentarischen Gesellschaft, wo die ehemaligen immer mal wieder zu entsprechenden Terminen kommen und ich muss mal schauen, welche Funktionen ich wähle. Ich werde ja weiterhin im Petersburger Dialog sein, wo ich im Vorstand sitze. Zudem bin ich auch im Fernsehrat des ZDF. Das hängt mit der Bundesregierung zusammen, da muss ich schauen, wie die Entscheidung getroffen wird. Ich bin Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Soldaten-Betreuung, das bleibe ich auch weiterhin. Von daher gibt es auch zukünftig einige Berührungspunkte in meinem Verantwortungsbereich.

Ihr Kollege Bosbach schreibt seit neuestem für die Bild, haben Sie etwas Ähnliches vor?

Nein, und für die Bild würde ich auch nicht schreiben. Das hängt mit dem Thema Kundusz zusammen. Denn die haben damals das Ding hochgezogen. Auch wenn ich nicht weiß, wie sie damals an die Informationen gekommen sind. Da habe ich noch was, das merken sie.

In den Augen der Anderen

„Franz Josef Jung hat im Bundestag immer für seine politischen Werte und Überzeugungen gestritten.“

Dr. Rolf Mützenich MdB
Stv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Außen, Verteidigung und Menschenrechte